Pflege

Abbildung 1: Wollläuse an Dendrobium nobile
Wollläuse an Dendrobium nobile

Pflanzenschutz und Krankheiten

 

 

Leider sind auch Orchideen nicht sicher vor ungebetenen Gästen wie zum Beispiel Läusen oder auch Milben. Auch Pilze, Viren und Bakterien machen keinen Halt. Häufig werden zunächst schwache Pflanzen befallen, da hier die natürlichen Schutzmechanismen der Pflanze herabgesetzt sind. Es empfiehlt sich also, seine Orchideen bei bester Gesundheit zu halten um einem eventuellen Schädlingsbefall vorzubeugen.

 

 

Das wohl größte und auch bekannteste Problem stellen Woll- oder auch Schmierläuse dar. Man erkennt sie an dem weißen Flaum auf Blättern und Blüten, in dem sie sich verstecken und ihre Eier ablegen. Aber auch Schild- und Blattläuse gehören zu den häufigeren Schädlingen. Die zunächst einfachste Bekämpfung besteht darin, die Blätter mit einem feuchten Küchenpapier abzuwischen und so einen Großteil der Schadinsekten zu entfernen. Des Weiteren können Schädlinge, die versteckt in Blattachseln sitzen, mit einem Wattestäbchen oder vorsichtig mit einem Zahnstocher entfernt werden. Besonders beliebt sind die Blüten der Orchideen, da sie viel Nahrung für Läuse zur Verfügung stellen. Auch wenn es schade ist, sollte der Blütenstand entfernt werden. So kann der Befall schon stark eingedämmt werden. Im ernsten Fall kann auch zu Pflanzenschutzmitteln gegriffen werden. Hier eignen sich Präparate auf Ölbasis, diese sollten nur sparsam und nicht zu häufig angewendet werden, da sie den Gasaustausch der Pflanze behindern können. Auch ein chemisches Mittel kann verwendet werden. Hier ist es ratsam ein systemisches Mittel zu wählen, welches aufgenommen wird und sich in der gesamten Pflanze verteilt.

 

 Thrips Schadbild an Cattleya Blüte
Thrips-Schadbild an Cattleya Blüte

Entdeckt man einen silbrigen Schimmer auf den Blättern, deutet dies meist auf einen Befall von Thripsen oder Spinnmilben hin. Der längliche, braun bis schwarze Blütenthrips befällt mit Vorliebe eben diese. Die Blüten sehen dann nach kurzer Zeit welk und trocken aus. Spinnmilben sitzen in feinen Gespinsten auf der Pflanze, wodurch sich ein Befall schnell feststellen lässt. Beide Schadinsekten sind aufgrund ihrer Größe schwer mechanisch zu bekämpfen. Allerdings bevorzugen beide trockene Luft. Durch Besprühen der Orchideen kann einem Befall entgegen gewirkt werden. Bei einer besonders großen Population empfiehlt es sich die Blüten zu entfernen und zu einem Pflanzenschutzmittel zu greifen.

Abbildung 3: Botrytis an Phalaenopsis
Abbildung 3: Botrytis an Phalaenopsis

Es gibt auch bodenbürtige Schadorganismen, wie z.B. Pilze. Entdeckt man im Substrat einen weißlichen oder gelben Belag, deutet dies auf einen Pilz hin. Auffällig ist auch ein starker Geruch nach Waldboden. Die Orchidee sollte schnellstmöglich umgetopft und das gesamte alte Substrat entfernt werden. Um letzte Rückstände zu entfernen werden die Wurzeln mit Wasser abgespült. Es sollte unbedingt ein neuer Topf verwendet werden. Ein weiterer Pilzbefall äußert sich häufig auf den Blüten von Orchideen durch schwarze Punkte. Dies ist Botrytis, ein Grauschimmelpilz. Er siedelt sich bei zu langer Feuchtigkeit auf den Blüten an. Entgegenwirken kann man, indem es vermieden wird die Blüten zu besprühen oder die Pflanze schnell abtrocknen kann.

Virus an Paphiopedilum
Virus an Paphiopedilum

Findet man schwarze oder braune Flecken auf den Blättern kann es sich um einen Virus oder ein Bakterium handeln. Flecken einer Bakteriose sind weich, das Pflanzengewebe ist teils faulig und weißt auch einen solchen Geruch auf. Flecken, die durch eine Virose verursacht werden, sind hingegen trocken, das Gewebe ist eingefallen. Hier zeichnet sich erst ein gelber Fleck ab, der mit der Zeit größer wird und sich dann dunkel färbt. In beiden Fällen kann leider der Pflanze nicht geholfen werden. Mit einem Virus kann die Orchidee weiter leben, sollte aber separat stehen und auch gegossen werden. Bei einer Bakteriose sollte man sich von der Pflanze trennen.

Sonnenbrand an Phalaenopsis
Sonnenbrand an Phalaenopsis

Es gibt auch abiotische Schäden, zum Beispiel Verfärbungen der Blätter durch einen Sonnenbrand. Orchideen bevorzugen zwar einen hellen Standort, direkte Sonne sollte aber vermieden werden. Bei einem Sonnenbrand verfärbt sich die betroffene Stelle auf dem Blatt rötlich. Im weiteren Verlauf stirbt dieser Teil des Blattes meist ab. Die Pflanze kann ohne Weiteres weiter wachsen. Ist der Schaden zu groß, kann es zu Wachstumsstörungen kommen. Das geschädigte Blatt kann, aus rein optischen Gründen, entfernt werden.

 

 

Über die geeigneten Mittel informieren Sie sich bei einem Fachgeschäft in Ihrer Nähe. Gerne helfen wir Ihnen auch per Mail an service(at)orchideengarten.de weiter.