Wie alles begann,


aus dem Buch


Dahlenburg,


Gebundene Ausgabe – 1989


von Charlotte Wodaege (Autor):


"Rudolf Karge scheint der erste Gärtner gewesen zu sein, der einen Gartenbaubetrieb einrichtete.

Joh. Theod. Rudolf Karge, geb. 1869 in Altgörzig, Kreis Birnbaum, begann 1884 mit einer dreijährigen Gärtnerlehre und kam nach einigen Wanderjahren auf Empfehlung seines letzten Arbeitgebers nach Gut Horn zu Ökonomierat Burmester.


Als er 1897 Dorette Rehbeck ehelichte, war er gem. Trauregister bereits ,,Gärtner zu Dahlenburg".

Am 17. Mai 1907 legte er gemeinsam mit Ernst Rogge und Johannes Hoyer den Bürgereid ab. Als gelernter Gutsgärtner veredelte er vor allen Dingen Obstbäume, zog früchtetragende Sträucher, aber auch bereits Blumen. So lieferte er für die Hofjagden in der Göhrde die Blumen für die kaiserliche Tafel und zum Schmuck der Räume.


Als der Kaiser abdankte, ging in jedem Jahr ein Heidekranz aus Dahlenburg in das Exil nach Doorn/Holland.

1931 fügte Rudolf Karge einen Gruß bei, den ,,17 unentwegt Treugebliebene mit unterzeichnet hatten". Ein Brieftelegramm des Kaisers traf bei Karges in Dahlenburg ein. Das ,,Dahlenburger Wochenblatt" vom 24. September 1931 berichtete darüber.


Telegramm des Kaisers: ,,Ich nehme den Heidekranz und den Huldigungsgruß aus dem Lüneburger Lande gern und dankbar entgegen als Zeichen treuer Gesinnung deutscher Männer, die im Gedenken an die alte Zeit ihre Zuversicht auf Gott den Herrn setzen. Er sei unsere Burg im Kampf gegen die schwere Zeit der Not und gebe uns den Willen und die Kraft zum Siege. Allen Getreuen meinen Dank und Gruß.

Haus Doorn, den 4. September 1931

Wilhelm I. R."


,,Ein Bild mit eigenhändiger Unterschrift lag diesem Schreiben bei." (Familienarchiv)


Sohn Friedrich bestand 1929 die Prüfung als Obergärtner, die der Meisterprüfung entspricht.

Er heiratete Magdalene Garbers.


Sein Sohn führte die Gärtnerei weiter und versuchte, sie zu modernisieren, bis der zweite Weltkrieg alle Pläne zunichte machte. Während des Krieges leitete Magdalene Karge den Betrieb. Der wirtschaftlichen Situation entsprechend, nutzte sie die Flächen landwirtschaftlich und sicherte die Existenz des Betriebes.

Friedrich Karge war nach seiner Heimkehr froh, als sich die Neigung seines Jüngsten zur Gärtnerei abzeichnete.


Joachim Karge trat nach seinem Schulabschluß eine Gärtnerlehre an. Nun baute Friedrich Karge die ersten Gewächshäuser (1957/58). In dem Bewußtsein, daß eine Spezialisierung in großem Rahmen nur ertragreich sein kann, stimmte er dem Hobby seines Sohnes, der Orchideenzucht, zu. Er verstarb 1966.


Joachim Karge übernahm den Betrieb und bereitete sich in Abendkursen an der Fachschule für Gartenbau in Hannover auf die Meisterprüfung vor, die er 1967 ablegte.

Er hatte seine Liebe zu den Orchideen entdeckt und beschlossen, sich dieser ,,höchstentwickelten und damit botanisch außerordentlich interessanten Pflanzengruppe" zu widmen. Als Liebhaber dieser schönen Pflanzen ist es ihm gelungen, unter Cattleya und Phalaenopsis-Hybriden Variationen herrlicher Orchideenblüten zu züchten. Viele Auszeichnungen und mehrere Gold- und Silbermedaillen auf Orchideenschauen haben den Züchter über die Landesgrenzen hinaus bekanntgemacht.


Gemeinsam mit seiner Ehefrau Sigrid, geb. May, erweiterte er den Betrieb, baute Gewächshäuser, vorwiegend für Orchideen, auf einer Fläche von 3.800 qm. 9 Mitarbeiter ziehen alle Arten Blumen- und Gemüsepflanzen für den Privatverkauf, denn der Familientradition entspricht: den Kontakt zum Kunden zu pflegen und zu fördern."